| UNTERKUNFT, ESSEN, SPRACHE
Größtenteils handelt es sich bei Workcamps um Outdoor-Aktivitäten. Gehaust wird in der Regel in sehr einfachen Verhältnissen, oft schläft man in Schlafsäcken in einem Gruppenzelt. Gekocht wird meist in der Gruppe selber. Man sollte sich also besser keinen Luxus erwarten. Was die vorrangige Sprache angeht, so hängt dies stark von der Zusammensetzung der Workcampgruppe ab. Englischkenntnisse sind empfehlenswert; Kenntnisse der Sprache des Gastlandes sind zwar von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Auf jeden Fall ist ein Workcamp eine gute Schulung für Fremdsprachenkenntnisse. Die Arbeit wird von fachkundigem Personal des Workcamps angeleitet.
Es erklärt, wie Löcher gebohrt werden und gespachtelt wird,
welche Pflanzen wohin gesetzt werden, was Unkraut und was Nutzpflanzen
sind oder was die Kinder, die betreut werden, von den Teilnehmenden erwarten.
Die Teilnehmenden sollten entsprechende Arbeitskleidung mitbringen. Wie gesagt ist neben der gemeinsamen Arbeit in der internationalen Gruppe auch das Kennenlernen der Kultur des Gastlandes wichtig. Oft gibt es daher ein Rahmenprogramm, welches Ausflüge, gemeinsame Aktivitäten mit der lokalen Bevölkerung, Besichtigungen, Diskussionen, etc. beinhaltet. Auch haben Workcamps oft einen Studienteil, der zur vertieften Beschäftigung mit einem bestimmten Thema beitragen soll, weil Workcamps generell den Austausch und die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Meinung und der Meinung anderer fördern wollen. Vor allen Dingen trifft man bei der Teilnahme an Workcamps in Übersee auf Kulturen und Mentalitäten, die sich von der unseren stark unterscheiden können. Man sollte sich dieser Unterschiede bewusst sein und diesen Kulturen mit ihren speziellen Regeln und Bräuchen mit Respekt und Interesse begegnen. Die Motivation, an einem Workcamp in Übersee teilzunehmen, sollte sein, etwas über sich selber und andere zu erfahren, nicht andere zu belehren. Eine intensive Beschäftigung mit dem Gastland ist VOR der Fahrt nach Übersee unbedingt zu empfehlen (außerdem bietet YAPÖ ein Vorbereitungsseminar an, das für alle Outgoings zu außereuropäischen Workcamps verpflichtend ist). Einige Empfangsorganisationen, etwa in Mexiko, bieten auch extra ein interkulturelles Training (sog. Orientation Days) an. Bedenken sollte man auch, dass man als Besucher eines anderen Landes nicht nur sich selber vertritt, sondern auch seine gesamte Herkunft, man sollte sich dieser Rolle als Botschafter seines eigenen Landes im Umgang mit anderen Leuten bewusst sein. WAS DARF ICH MIR ERWARTEN? WAS NICHT? Erwarten darf man sicherlich Spaß zu haben, eine sinnvolle Zeit im Ausland zu verbringen, interessante Menschen kennen zu lernen, an der Umsetzung einer sinnvollen Idee mitzuarbeiten, ein Land oder eine Region zu entdecken, sich selber ein wenig zu fordern, eine unvergessliche Zeit mit einer internationalen Gruppe zu verbringen, coole Geschichten für die eigene Biographie zu sammeln und vieles mehr. Auf keinen Fall sollte man sich jedoch Luxus und Betreuung im Sinn von "Händchen halten" erhoffen.
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